Suche Leichte Sprache Seite vorlesen Darstellung
 Suche  Leichte Sprache  Seite vorlesen  Darstellung

Rinka, Erich (1902–1983)

Erich Rinka, geboren am 19.12.1902 in Lübbenau, war gelernter Buchdrucker. Nach Abschluss seiner Ausbildung 1921 war er in verschiedenen Anstellungen und Orten beschäftigt. Über den kommunistischen Jugendverband fand er den Weg zur Arbeiterfotografiebewegung. Er arbeitete für entsprechende Presseorgane, u. a. für die „Arbeiter-Illustrierte-Zeitung und betätigte sich in der organisatorischen Arbeit. Seine eigenen fotografischen Arbeiten aus dieser Zeit sind zum Teil Kriegsverlust und liegen nur als Reproduktionen vor. Nach der Machtübernahme der National-sozialisten ging er nach Prag ins Exil. Bei einem illegalen Grenzübertritt wurde er 1934 verhaftet und wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu einer Haftstrafe verurteilt. Nach der Entlassung 1936 war er wieder als Drucker sowie als Laborant und Fotograf angestellt. 1943 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und in Griechenland stationiert. Aus dieser Zeit ist im Nachlass eine Reihe von Bildern aus Saloniki und von der Insel Lemnos/Limnos erhalten. In den ersten Nachkriegsjahren war Rinka als Rundfunkjournalist tätig. Seit 1953 widmete er sich ganz dem Fotografieren und Schreiben. In jenen Jahren, in deren er sich auch wieder seiner sorbischen Herkunft besann, entstand ein Fotobuch mit Motiven aus seiner Heimat, dem Spreewald, ebenso wie ein wie Fernsehbeitrag unter seiner Regie. 1954 und 1955 hielt sich Rinka mehrere Monate in Bulgarien für ein Buchprojekt des Sachsen-Verlages Dresden auf. Ein geplantes Buch im gleichen Verlag über den Rhein wurde nicht realisiert. Eine kleinere Fotoserie entstand während des Aufbaus des Kraftwerks Schwarze Pumpe. Seit den 1960-er Jahren, in denen er aus gesundheitlichen Gründen nur noch gelegentlich fotografierte, wurde es zu seinem Anliegen, die Geschichte der Arbeiterfotografie aufzuarbeiten, um sie vor dem Vergessen zu bewahren. Aus Kontakten zu ehemaligen Mitstreitern und entsprechenden Sammlungen entstanden verschiedene Ausstellungen sowie – gleichsam als sein Vermächtnis – das Buch „Fotografie im Klassenkampf. Erich Rinka verstarb am 17.12.1983 in Berlin.
Nach: Jürgen Matschie: Erich Rinka, in: Jürgen Matschie [Red.]: Erich Rinka. Fotograf, Bautzen 2007, S. 9-17

Im Sorbischen Kulturarchiv werden sowohl sein fotografischer Nachlass, seine Sammlung zur Arbeiterfotografie als auch Dokumente zu seinem Leben und Werk aufbewahrt.
Die Recherche in seinem fotografischen Nachlass erfolgt über die Deutsche Fotothek Dresden „Fotografen in Partner-Archiven“.


Größe: 0,20 MB